
| Die meistzitierten Artikel | Die meistzitierten Reviews | Die meistzitierten Köpfe |
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Die Top 50-Parasitologen des deutschsprachigen Raums rekrutieren sich vor allem aus der Tropenmedizin Hamburg, Tübingen und Basel. Lieblingsthema ist Malaria, mit weitem Abstand folgt Leishmaniose.Die Parasitologie oder "Schmarotzerkunde", wie sie früher auch genannt wurde, untersucht eukaryotische Parasiten. Das sind in erster Linie Protozoen wie der Malaria-Erreger, aber auch Platt-, Faden- und Ringelwürmer, Milben und Zecken, blutsaugende Insekten, Läuse und Flöhe. Parasitologen befassen sich mit deren Lebens- und Umweltverhältnissen, Parasit-Wirt-Beziehungen sowie möglichen Strategien zu deren Bekämpfung. Bakterien und Pilze, die ebenfalls zumindest fakultativ parasitisch leben, werden in der Bakteriologie und Mykologie als Teilgebiete der Mikrobiologie behandelt. Parasiten kann man sich aus mehreren Richtungen nähern, entsprechend vereinigt die Parasitologie Wissenschaftler so verschiedener Forschungsgebiete wie Medizin, Genetik, Biochemie und Ökologie. Vor allem Plasmodium Die Protozoen sind eindeutig die liebsten Forschungsobjekte der Top 50 unter den deutschsprachigen Parasitologen: 37 Wissenschaftler widmen ihre Arbeit diesen einzelligen Parasiten. Mit dabei ist Christian Bogdan (11.), Medizinische Mikrobiologie der Uni Freiburg, und Martin Röllinghoff (5.), Leiter des Instituts für Klinische Mikrobiologie & Immunologie an der Uni Erlangen und bis 2002 Bogdans Chef. Beide sind von Haus aus Immunologen und befinden sich damit in schwierigem Grenzgebiet. Sie forschen jedoch fast ausschließlich über den einzelligen Parasiten Leishmania major. Sie haben somit ihren Forschungsschwerpunkt deutlich auf der Parasitenimmunologie - Röllinghoff hat diese überhaupt erst in Erlangen eingeführt. Knapp die Hälfte der Top 50-Parasitologen befasst sich mit der Malaria-Forschung, unterteilt in die Erforschung des Erregers Plasmodium falciparum und des Malaria-Vektors Anopheles gambiae. Vorneweg der Ex-Drosophila-Forscher Fotis Kafatos (1.), der 2005 vom EMBL Heidelberg ans Imperial College in London wechselte. Er analysiert das Genom von Anopheles gambiae und untersucht unter anderem die physiologischen und immunologischen Reaktionen des Moskitos auf eine Malariainfektion. Allein vier von Kafatos' Artikeln zur Genomsequenz von Anopheles brachten knapp 1000 Zitierungen ein. Da diese Paper von immenser Bedeutung für die Malaria-Community sind, stehen sie auch unter den meistzitierten Parasitologie-Artikeln. Peter Kremsner (2.), Leiter der Humanparasitologie an der Tübinger Tropenmedizin sowie der Forschungsabteilung im Albert Schweitzer Hospital in Lambaréné in Gabun, untersucht mit seinen Mitarbeitern Bertrand Lell (25.) und Jürgen Kun (26.) die Unterdrückung von Allergien durch Parasiteninfektionen wie Wurmbefall und Malaria. Die Tübinger Tropenmedizin schickt mit der AG Kremsner vier Top 50-Parasitologen ins Rennen, doch den ersten Platz im Instituts-Ranking nimmt das Bernhard-Nocht-Institut (BNI) für Tropenmedizin in Hamburg mit acht Top 50-Wissenschaftlern ein. Der Humanmediziner Achim Hörauf (9.), der bis 2003 die Helminthologe am BNI leitete und nun Direktor der Bonner Medizinischen Parasitologie ist, schafft es denn auch unter die Top 10. Die Gießener Biochemiker Hassan Jomaa (7.) und Ewald Beck (16.) gehen den Malaria-Erreger aus Stoffwechsel-Sicht an. Vor einigen Jahren fand Jomaa in Plasmodium den DOXP-Stoffwechselweg, ein Bakterien-spezifischer Weg zur Synthese von Isoprenoiden. Dieser kommt neben Plasmodium noch in weiteren Humanpathogenen vor, wie etwa Mycobacterium tuberculosis und Helicobacter pylori. Die speziellen am DOXP-Weg beteiligten Plasmodium-Enzyme erwiesen sich als empfindlich für das Antibiotikum Fosmidomycin. Jomaa ließ sich daraufhin Fosmidomycin als Malaria-Medikament patentieren, seine Firma Jomaa Pharmaka GmbH ging jedoch 2002 Pleite. Vier von insgesamt zehn Schweizer Top 50-Parasitologen arbeiten am Schweizer Tropeninstitut in Basel. Am höchsten platziert ist Reto Brun (3.), der Medikamente gegen Plasmodium und Trypanosoma brucei, den Erreger der Schlafkrankheit, sucht. Ihm folgt Institutsdirektor Marcel Tanner (4.), der gemeinsam mit Jacques Chollet (47.) neben Malaria auch die durch Pärchenegel verursachte Schistosomiase erforscht. Echinococcus multilocularis, der Kleine Fuchsbandwurm, ist der gefährlichste Bandwurm der Schweiz, entsprechend sind auch drei der vier Echinokokken-Forscher unter den Top 50 Schweizer: Bruno Gottstein (12.) und Andrew Hemphill (20.) von der Berner Parasitologie sowie Peter Deplazes (18.) von der Molekularen Parasitologie Zürich. Evolutionäres Wettrüsten Nicht zu vergessen die Evolutionären Ökologen, die sich vor allem dem koevolutionären Wettrüsten zwischen Wirt und Parasit widmen. Zu ihnen zählen der Zürcher Paul Schmid-Hempel (28.), der Wirt-Parasiten-Systeme in Hummeln erforscht, sowie der Berner Zoologe Heinz Richner (37.). Sein Thema sind Ektoparasiten von Vögeln sowie deren Anpassung von Verhalten und Immunabwehr. Zu den Exoten in diesem Vergleich gehört sicherlich Bernd Sures (43.) von der Hydrobiologie an der Uni Duisburg/Essen, der intestinale Fischparasiten und die Anreicherung von Schwermetallen in Endoparasiten untersucht. Gleiches gilt für Joachim Kurtz vom MPI für Limnologie Plön. Er erforscht Bandwürmer in Ruderfußkrebsen sowie den Einfluss der angeborenen Immunabwehr bei Parasitenresistenz in Fischen, verfehlt die Top 50 jedoch haarscharf. Wie die Tabellen entstanden Berücksichtigt wurden Papers mit Erscheinungsjahr zwischen 2001 und 2004 sowie min-destens einem Autor mit Adresse im deutschen Sprachraum. Die Zahlen für Zitate und Artikel lieferte die Datenbank "Web of Science“ des Thomson-Institute for Scientific Information (ISI) in Philadelphia. Stichtag war der 16. 02. 2007. Die "Köpfe“ arbeiteten während des Bewertungszeitraums an einem physiologischen Institut, publizierten überwiegend in physiologischen Journals oder arbeiteten vorrangig an physiologisch relevanten Projekten. Reviews zählten für die "Köpfe“-Wertung nicht. Wichtig: Fehler, die bereits in den Datenbanken stecken, können wir in der Regel nicht erkennen. |
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Die meistzitierten Artikel |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Holt RA, ... , Christophides GK, ..., Meister S, ..., Thomasova D, ..., Kafatos FC, ..., Hoffman S | The Genome Sequence of the Malaria Mosquito Anopheles gambiae SCIENCE 298 (5591): 129+ OCT 4 2002 | 542 |
| 2. | Christophides GK, ..., Dimopoulos G, ..., Levashina EA, ..., Meister S, ..., Vlachou D, ..., Kafatos FC | Immunity-related genes and gene families in Anopheles gambiae SCIENCE 298 (5591): 159-165 OCT 4 2002 | 193 |
| 3. | Zdobnov EM, ..., Thomasova D, ..., Dimopoulos G, Law JH, Wells MA, ..., Kafatos FC, Bork P | Comparative genome and proteome analysis of Anopheles gambiae and Drosophila melanogaster SCIENCE 298 (5591): 149-159 OCT 4 2002 | 182 |
| 4. | Levashina EA, Moita LF, Blandin S, Vriend G, Lagueux M, Kafatos FC | Conserved role of a complement-like protein in phagocytosis revealed by dsRNA knockout in cultured cells of the mosquito, Anopheles gambiae CELL 104 (5): 709-718 MAR 9 2001 | 137 |
| 5. | Dimopoulos G, ..., Meister S, ..., Kafatos FC | Genome expression analysis of Anopheles gambiae: Responses to injury, bacterial challenge, and malaria infection PNAS 99 (13): 8814-8819 JUN 25 2002 | 100 |
| 6. | Saint Andre AV, ..., Hoerauf A, Brattig NW, Volkmann L, ..., Pearlman E | The role of endosymbiotic Wolbachia bacteria in the pathogenesis of river blindness SCIENCE 295 (5561): 1892-1895 MAR 8 2002 | 100 |
| 7. | Benten WPM, Stephan C, Lieberherr M, Wunderlich F | Estradiol signaling via sequestrable surface receptors ENDOCRINOLOGY 142 (4): 1669-1677 APR 2001 | 87 |
| 8. | Vennerstrom JL, ..., Brun R, ..., Charman WN | Identification of an antimalarial synthetic trioxolane drug development candidate NATURE 430 (7002): 900-904 AUG 19 2004 | 85 |
| 9. | Osta MA, Christophides GK, Kafatos FC | Effects of mosquito genes on Plasmodium development SCIENCE 303 (5666): 2030-2032 MAR 26 2004 | 83 |
| 10. | Blandin S, ..., Kafatos FC, Levashina EA | Complement-like protein TEP1 is a determinant of vectorial capacity in the malaria vector Anopheles gambiae CELL 116 (5): 661-670 MAR 5 2004 | 82 |
Die meistzitierten Reviews |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Yazdanbakhsh M, Kremsner PG, van Ree R | Immunology - Allergy, parasites, and the hygiene hypothesis SCIENCE 296 (5567): 490-494 APR 19 2002 | 297 |
| 2. | Wongsrichanalai C, Pickard AL, Wernsdorfer WH, Meshnick SR | Epidemiology of drug-resistant malaria LANCET INFECTIOUS DISEASES 2 (4): 209-218 APR 2002 | 155 |
| 3. | Tomley FM, Soldati DS | Mix and match modules: structure and function of microneme proteins in apicomplexan parasites TRENDS IN PARASITOLOGY 17 (2): 81-88 FEB 2001 | 68 |
Die meistzitierten Köpfe |
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| Rang | Name | Ort | Zitierungen | Artikel |
| 1 | Fotis Kafatos | (seit 2005 London) EMBL Heidelberg | 1982 | 37 |
| 2 | Peter G. Kremsner | Tropenmed Tübingen & ASH Gabun | 1266 | 101 |
| 3 | Reto Brun | Parasitol Chemother Schweizer Tropeninst Basel | 822 | 76 |
| 4 | Marcel Tanner | Schweizer Tropeninst Basel | 767 | 59 |
| 5 | Martin Röllinghoff | Klin Mikrobiol & Immunol Uni Erlangen | 709 | 32 |
| 6 | Jochen Wiesner | Biochem Uni Gießen & Jomaa Pharma Gießen | 700 | 45 |
| 7 | Hassan Jomaa | Biochem Uni Gießen & Jomaa Pharma Gießen | 699 | 42 |
| 8 | George Dimopoulos | (s.‘03 Baltimore 9‘01 London) EMBL Heidelberg | 698 | 11 |
| 9 | Achim Hörauf | Med Parasitol Uniklinik Bonn (bis 2003 BNI Hamburg) | 534 | 25 |
| 10 | Katja Becker | AG Biochemie der Ernährung am Interdisziplinären Forschungszentrum der Uni Gießen | 518 | 25 |
| 11 | Elena A. Levashina | (seit 2004 CNRS Strasbourg) EMBL Heidelberg | 509 | 6 |
| 12 | Christian Bogdan | Med Mikrobiol Uni Freiburg (bis 2002 Erlangen) | 496 | 22 |
| 13 | Bruno Gottstein | Parasitol Vetsuisse Fakultät & Med Uni Bern | 485 | 48 |
| 14 | Steffen Borrmann | Trop.kr Uni Heidelberg (‘04 Gabun ‘02 Tübingen) | 460 | 24 |
| 15 | Dominique S. Soldati | (seit 2003 London) Zentr Mol Biol Heidelberg | 454 | 16 |
| 16 | Christine E. Clayton | Zentr Mol Biol Heidelberg (ZMBH) | 448 | 25 |
| 17 | Ewald Beck | Biochem Uni Gießen | 418 | 16 |
| 18 | Werner Solbach | Med Mikrobiol & Hyg Uni Lübeck | 375 | 24 |
| 19 | Peter Deplazes | Med. Parasitol Uni Zürich | 371 | 40 |
| 20 | Bernhard Fleischer | Immunol Bernhard Nocht Inst (BNI) Hamburg | 370 | 29 |
| 21 | Andrew Hemphill | Parasitol Vetsuisse Fakultät & Med Uni Bern | 355 | 31 |
| 22 | Toni Äbischer | (seit 2006 Edinburgh UK) Mol Biol MPI Inf Biol Berlin | 350 | 17 |
| 23 | Martin Hintz | Biochem Uni Gießen & Jomaa Pharma Gießen | 345 | 13 |
| Franz J. Conraths | Epidemiol Friedrich-Loeffler-Inst Wusterhausen | 345 | 24 | |
| 25 | Kai Matuschewski | Parasitol Med Uni Heidelberg (bis 2001 ZMBH) | 337 | 7 |
| 26 | Bertrand Lell | Humanparasitol Tropenmed Tübingen & ASH Gabun | 324 | 22 |
| 27 | Jürgen F. Kun | Humanparasitol Tropenmed Tübingen & ASH Gabun | 312 | 27 |
| 28 | Gereon Schares | Epidemiol Friedrich-Loeffler-Inst Wusterhausen | 310 | 21 |
| 29 | Paul Schmid-Hempel | Ökol & Evol ETH Zürich | 309 | 25 |
| 30 | Annett Schönemeyer | (seit 2004 USA) Mol Parasitol HU Berlin | 299 | 5 |
| 31 | Mike A. Osta | EMBL Heidelberg | 286 | 3 |
| Hans-Peter Beck | Mol Parasitol Schweizer Tropeninst Basel | 286 | 19 | |
| 33 | Norbert W. Brattig | Klin Chem Bernhard Nocht Inst (BNI) Hamburg | 283 | 15 |
| 34 | Dina Vlachou | (seit 2004 Leiden NL) EMBL Heidelberg | 282 | 5 |
| 35 | Matthias Eberl | Biochem Uni Gießen | 274 | 15 |
| 36 | Dietrich W. Büttner | Helminthol Bernhard Nocht Inst (BNI) Hamburg | 264 | 19 |
| 37 | Martin Schlitzer | Zentr Pharmaforschung LMU München | 259 | 29 |
| 38 | Heinz Richner | Evol Ökol Uni Bern | 248 | 23 |
| Rolf D. Walter | Biochem Parasitol Bernhard Nocht Inst (BNI) Hamburg | 248 | 27 | |
| 40 | Heike Schindler | Roche Penzberg (bis 2003 Erlangen) | 236 | 3 |
| 41 | Michael Lanzer | Parasitol Uniklinik Heidelberg | 227 | 16 |
| 42 | Egbert Tannich | Mol Parasitol Bernhard Nocht Inst (BNI) Hamburg | 224 | 16 |
| 43 | Frank Wunderlich | Mol Parasitol Uni Düsseldorf | 222 | 11 |
| 44 | W. Peter M. Benten | Mol Parasitol Uni Düsseldorf | 219 | 9 |
| Bernd Sures | Zool/Hydrobiol Uni Duisburg-Essen (bis 8‘2006 Karlsruhe) | 219 | 23 | |
| 46 | Sylke Müller | (seit 2004 Dundee UK) Biochem Parasitol BNI Hamburg | 218 | 13 |
| 47 | Lars Volkmann | Med Parasitol Uni Bonn (bis 7‘2003 BNI Hamburg) | 215 | 9 |
| 48 | Jacques Chollet | Schweizer Tropeninst Basel | 212 | 14 |
| 49 | Isabel Roditi | Mol Parasitol Uni Bern | 202 | 17 |
| 50 | Dirk Schlüter | Med Mikrobiol Uni Magdeburg (bis 2004 Heidelberg) | 197 | 15 |
| 51 | Oliver Liesenfeld | Med Mikrobiol & Inf.immunol Charité Berlin | 196 | 23 |