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Schweizer Wissenschaftler sind nicht die zahlenmäßig stärkste Fraktion unter den Top-Pathologen, doch sie gehören zu den meistzitierten. Im Vergleich zu 1997-1999 haben jedoch die deutschen Pathologen aufgeholt, und auch die Österreicher sind diesmal unter den Top 10 vertreten.Die Pathologie ist die Erforschung und Lehre von Ursache, Verlaufform und Auswirkung von krankhaften Veränderungen sowie von Missbildungen aller Art. "Erfunden" wurde sie von den alten Ägyptern und - war nicht anders zu erwarten - den alten Griechen. Allerdings beschränkte sie sich damals auf Leichenöffnungen zur anatomischen Weiterbildung. Ein paar tausend Jahre später, nämlich 1796, trat der erste Fachmann für Pathologie, der sogennannte "Prosektor", am Wiener Allgemeinen Krankenhaus seinen Dienst an. 1858 stellte Rudolf Virchow an der Charité Berlin seine Theorie der "Zellularpathologie" vor, und führte damit die Untersuchung pathologischer Veränderungen auf zellulärer Ebene ein, die Pathologie bekam wissenschaftlich Hand und Fuß. Starke Schweizer Noch immer gehören Wien und Berlin zu den wichtigsten Schauplätzen der pathologischen Forschung. Auch einer der "neuen" Griechen arbeitet in Berlin: Ioannis Anagnostopoulos (27.) erforscht am Pathologischen Institut der Charité zusammen mit Harald Stein (9.) die molekularen Ursachen der Hodgkinschen Krankheit. Insgesamt sechs der Top 50-Pathologen arbeiten an der Berliner Pathologie, doch nur Stein schaffte es auch unter die Top 10. Ein Grund dafür sind sicher die starken Schweizer: Vier der elf Schweizer Pathologen im Vergleich tragen einstellige Rankingnummern, allen voran Virchow-Preisträger (1997) Guido Sauter (2.), der bis Dezember 2004 die Molekulare Pathologie des Unispital Basels leitete. Danach allerdings überschritt der Uropathologe die Grenze - seit Januar 2005 ist er Direktor am Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Mit sieben Wiener Pathologen unter den Top 50 ist Wien die zweitstärkste Stadt, gleich hinter Basel mit acht Wissenschaftlern und vor den sechs Berlinern. Die Wiener Pathologen belegen dabei durchaus gute Plätze, Dontscho Kerjaschki (10.) etwa reiht sich bei den Top 10 ein. Und auch die anderen Wiener Prosektoren brauchen sich nicht zu verstecken. Das Team um Georg Oberhuber (14.), Peter Birner (16.) und Monika Schindl (34.) vom Klinischen Institut für Pathologie der Uni Wien hat seinen Forschungsschwerpunkt auf Tumormarker wie den Transkriptionsfaktor HIF-1 gelegt. Fachfremde Co-Autoren Immer wieder sehr gefragt sind Pathologen als Co-Autoren in Artikeln anderer Wissenschaftssparten, auch wenn sie das zu einsamen Streitern unter ihren Mitautoren aus den fremden Fächern macht. So veröffentlichen etwa Rudolf Valenta (25.) aus Wien und Bernhard Odermatt (4.) aus Zürich mit Immunologen, der Wiener Heinz Regele (46.) und der Basler Michael J. Mihatsch (5.) mit Nephrologen und der Grazer Kurt Zatloukal (43.) mit Hepatologen. Auch deutsche Pathologen schreiben schon mal "fremd", wie Manfred Stolte (6.) vom Klinikum Bayreuth bei den Gastroenterologen - sein Spezialgebiet sind Helicobacter - und der Direktor des Pathologischen Instituts der Charité Manfred Dietel (13.) bei den Gynäkologen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts führte der Pathologe Karl Freiherr von Rokitansky in Wien gerade einige seiner 30.000 Sektionen durch. In diese Zeit fiel auch die Gründung eines der stärksten Pathologischen Institute überhaupt im deutschsprachigen Raum: das Basler Institut feiert heuer sein 150-jähriges Bestehen. Ähnlich der Wiener Pathologie liegt seine Stärke in der schieren Masse an Forschern, die es unter einem Dach vereint - verteilt auf mehrere Arbeitsgruppen unter der Leitung von Institutsdirektor Mihatsch und bis 2004 auch Guido Sauter. Krebspathologe meistzitiert In Würzburg fand Rudolf Virchow sieben Jahre lang eine Zuflucht - nach seiner Beteiligung an der Märzrevolution 1848 musste er Berlin für eine Weile verlassen. Dorthin zog es auch den Autor des mit Abstand meistzitierten Artikels der Jahre 2000-2003: Andreas Rosenwald (1.) hatte nach vier Jahren am Center for Cancer Research, National Institutes of Health (NIH) in Bethesda Heimweh, im März 2003 kehrte er zurück an die Würzburger Pathologie. Während seiner Zeit in den USA hatte er den Kontakt zu Deutschland ohnehin nie ganz abbrechen lassen: Die Deutsche Krebshilfe Bonn unterstützte einen Teil seiner Arbeit, und auch die Zusammenarbeit mit den ehemaligen Kollegen - Hans Konrad Müller-Hermelink (3.) und German Ott (31.) vom Pathologischen Institut der Uni Würzburg - lief weiter. Gemeinsam veröffentlichten sie einige Artikel, darunter die Nr.2 der meistzitierten Artikel. Das Top-Paper dieses Zitationsvergleichs entstand allerdings ohne deutsche Mithilfe. Seit seinem Erscheinen 2000 wurde es 2028 mal zitiert. Wer ist dabei? In diesem Ranking sind ausnahmslos nur Wissenschaftler aufgeführt, die an Pathologischen Instituten arbeiten. Und falls ihn jemand vermisst: Nach einigen Diskussionen wurde auch der h-Index wieder aus der Liste genommen. In den Augen der Redaktion hat die Angabe des h-Index (siehe Zitationsvergleich LJ 12/2005) keine Aussagekraft - nichts, was nicht schon durch Zitierungszahlen und Artikel abgedeckt worden wäre. Wie die Tabellen entstanden Berücksichtigt wurden Papers mit Erscheinungsjahr zwischen 2000 und 2003 sowie mindestens einem Autor mit Adresse im deutschen Sprachraum. Die Zahlen für Zitate und Artikel lieferte die Datenbank "Web of Science" des Thomson-Institute for Scientific Information (ISI) in Philadelphia. Stichtag war der 29. März 2006. Die "Köpfe" arbeiteten während des Bewertungszeitraums an einem pathologischen Institut, publizierten überwiegend in pathologischen Journals oder arbeiteten vorrangig an pathologisch relevanten Projekten. Wichtig: Fehler, die bereits in den Datenbanken stecken, können wir nur selten erkennen. |
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Die meistzitierten Artikel |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Alizadeh AA, ..., Rosenwald A, ..., Staudt LM | Distinct types of diffuse large B-cell lymphoma identified by gene expression profiling NATURE 403 (6769): 503-511 FEB 3 2000 | 2028 |
| 2. | Rosenwald A, ..., Müller-Hermelink HK, ..., Staudt LM | The use of molecular profiling to predict survival after chemotherapy for diffuse large-B-cell lymphoma NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE 346 (25): 1937-1947 JUN 20 2002 | 475 |
| 3. | Garber ME, ..., Schlüns K, Petersen S, Thaesler Z, Pacyna-Gengelbach M, ..., Petersen I | Diversity of gene expression in adenocarcinoma of the lung PNAS 98 (24): 13784-13789 NOV 20 2001 | 260 |
| 4. | Hrabe de Angelis M, ..., Richter T, ..., Balling R | Genome-wide, large-scale production of mutant mice by ENU mutagenesis NATURE GENETICS 25 (4): 444-447 AUG 2000 | 221 |
| 5. | Rosenwald A, ..., Staudt LM | Relation of gene expression phenotype to immunoglobulin mutation genotype in B cell chronic lymphocytic leukemia JOURNAL OF EXPERIMENTAL MEDICINE 194 (11): 1639-1647 DEC 3 2001 | 217 |
| 6. | Atreya R, ..., Lehr HA, Autschbach F, ..., Neurath MF | Blockade of interleukin 6 trans signaling suppresses T-cell resistance against apoptosis in chronic intestinal inflammation: Evidence in Crohn disease and experimental colitis in vivo NATURE MEDICINE 6 (5): 583-588 MAY 2000 | 209 |
| 7. | Tafuri A, ..., Odermatt B, ..., Mak TW | ICOS is essential for effective T-helper-cell responses NATURE 409 (6816): 105-109 JAN 4 2001 | 206 |
| 8. | Calandra T, Echtenacher B, ..., Männel D, ..., Glauser MP | Protection from septic shock by neutralization of macrophage migration inhibitory factor NATURE MEDICINE 6 (2): 164-170 FEB 2000 | 203 |
| 9. | Ell C, ..., Vieth M, Müller H, Seitz G, Stolte M | Endoscopic mucosal resection of early cancer and high-grade dysplasia in Barrett‘s esophagus GASTROENTEROLOGY 118 (4): 670-677 APR 2000 | 188 |
| 10. | Hruban RH, ..., Klöppel G, Longnecker DS, Lüttges J, Offerhaus GJA | Pancreatic intraepithelial neoplasia – A new nomenclature and classification system for pancreatic duct lesions AMERICAN JOURNAL OF SURGICAL PATHOLOGY 25 (5): 579-586 MAY 2001 | 180 |
Die meistzitierten Reviews |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Atkinson MA, Eisenbarth GS | Type 1 diabetes: new perspectives on disease pathogenesis and treatment LANCET 358 (9277): 221-229 JUL 21 2001 | 188 |
| 2. | Jochum W, Passegue E, Wagner EF | AP-1 in mouse development and tumorigenesis ONCOGENE 20 (19): 2401-2412 APR 30 2001 | 168 |
| 3. | Valent P, ..., Sotlar K, ..., Parwaresch RM, ..., Bennett JM | Diagnostic criteria and classification of mastocytosis: a consensus proposal LEUKEMIA RESEARCH 25 (7): 603-625 Sp. Iss. SI JUL 2001 | 148 |
Die meistzitierten Köpfe |
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| Rang | Name | Ort | Zitierungen | Artikel |
| 1 | Andreas Rosenwald | Path Uni Würzburg (bis 3‘2003 USA) | 3618 | 25 |
| 2 | Guido Sauter | Path Uni Hamburg (bis 12‘2004 Basel) | 2151 | 55 |
| 3 | Hans K. Müller-Hermelink | Inst Path Uni Würzburg | 2111 | 83 |
| 4 | Bernhard Odermatt | Klin Path Unispital Zürich | 1798 | 47 |
| 5 | Michael J. Mihatsch | Inst Path Unispital Basel | 1755 | 59 |
| 6 | Manfred Stolte | Pathologie Klinikum Bayreuth | 1698 | 102 |
| 7 | Hermann-Josef Gröne | Mol & Zell Path DKFZ Heidelberg | 1618 | 78 |
| 8 | Holger Moch | Inst Klin Path Unispital Zürich (bis 2003 Basel) | 1358 | 45 |
| 9 | Harald Stein | Inst Path Charité FU Berlin | 1283 | 62 |
| 10 | Dontscho Kerjaschki | Klin Inst Path, Allg KH Uni Wien | 1237 | 35 |
| 11 | Hans-Anton Lehr | Inst Path Uni Mainz | 1091 | 42 |
| 12 | Thomas Kirchner | Inst Path Med Uni Erlangen-Nürnberg | 1088 | 55 |
| 13 | Manfred Dietel | Inst Path Charité FU Berlin | 1082 | 56 |
| 14 | Georg Oberhuber | Inst Klin Path Uni Wien | 1031 | 52 |
| 15 | Jean Claude Reubi | Cell Biol & Cancer Res Inst Path Uni Bern | 1018 | 45 |
| 16 | Peter Birner | Klin Inst Path, Med Uni Wien | 985 | 58 |
| 17 | Reinhard Büttner | Inst Path Uni Bonn (bis 2001 Uni Aachen) | 958 | 64 |
| 18 | Heinz Höfler | Inst Path, TU München & GSF Neuherberg | 943 | 74 |
| 19 | Iver Petersen | Inst Path Uni Berlin | 927 | 34 |
| 20 | Martin Werner | Inst Path Uni Freiburg (bis 2004 TU München) | 926 | 48 |
| 21 | Günter Klöppel | Inst Path Uniklinik Kiel | 896 | 40 |
| 22 | Peter Möller | Inst Path & Rechtsmedizin Uniklinik Ulm | 894 | 58 |
| 23 | Kerstin Amann | Inst Path Erlangen (bis 2000 Path Heidelberg) | 893 | 55 |
| 24 | Thomas C. Gasser | Inst Path Uni Basel | 889 | 30 |
| 25 | Rudolf Valenta | Allg & Exp Path Uni Wien | 884 | 85 |
| 26 | Andreas Chott | Inst Klin Path Uni Wien | 877 | 58 |
| 27 | Ioannis Anagnostopoulos | Inst Path Charité FU Berlin | 840 | 29 |
| 28 | Lukas Bubendorf | Inst Path Uni Basel | 822 | 23 |
| 29 | Peter Schraml | Inst Path Uni Basel | 817 | 22 |
| 30 | Werner Böcker | Gerhard-Domagk-Inst Path Uni Münster | 775 | 48 |
| 31 | German Ott | Inst Path Luitpold-KH Uni Würzburg | 765 | 35 |
| 32 | Martin-Leo Hansmann | Senkenberg Inst Path Uni Frankfurt | 763 | 33 |
| 33 | Horst Bürger | Gerhard-Domagk-Inst Path Uni Münster | 759 | 38 |
| 34 | Monika Schindl | Inst Klin Path Uni Wien | 741 | 37 |
| 35 | Anja K. Bosserhoff | Inst Path Regensburg (bis 2001 Aachen) | 736 | 54 |
| 36 | Karsten Schlüns | Inst Path Charité FU Berlin | 728 | 23 |
| 37 | Andrea Tannapfel | Inst Path Uni Bochum (bis 9‘2005 Path Leipzig) | 725 | 92 |
| 38 | Georg Wick | Allg & Exp Path Uni Innsbruck | 722 | 32 |
| 39 | Jutta Lüttges | Inst Path Saarbrücken (bis 2004 Path Uni Kiel) | 719 | 26 |
| 40 | Hans H. Kreipe | Inst Path Med Hochschule Hannover (MHH) | 705 | 56 |
| 41 | Ruth Knüchel-Clarke | Path Uni Aachen (bis 2003 Regensburg) | 699 | 51 |
| 42 | Christian Wittekind | Inst Path Uniklinik Leipzig | 694 | 61 |
| 43 | Kurt Zatloukal | Gastrointest Path, Inst Path Uni Graz | 693 | 23 |
| 44 | Joachim Torhorst | Inst Path Uni Basel | 682 | 16 |
| 45 | Christopher Poremba | Path Uni Düsseldorf (bis 2003 Münster) | 667 | 48 |
| 46 | Heinz Regele | Klin Inst Path Med Uni Wien | 664 | 33 |
| Steffen Hauptmann | Inst Path Charité Berlin | 664 | 47 | |
| Arthur Zimmermann | Inst Path Uni Bern | 664 | 72 | |
| 49 | Urs Wagner | Inst Path Uni Basel | 644 | 12 |
| 50 | Thomas Richter | Inst Path GSF Neuherberg & TU München | 640 | 21 |