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An Knochen, Knorpel und Bindegewebe arbeiten Forscher aus erstaunlich vielen Disziplinen.Knochen, Knorpel und Bindegewebe gelten als die Stützstrukturen unseres Körpers. Nun sind Knochen und Knorpel dabei eine relativ klare Sache. Und auch deren Verbindung zum Bindegewebe ist gegeben, gehen doch beide - wie zudem noch etwa Organkapseln oder Fettzellen - aus embryonalem Bindegewebe, dem sogenannten Mesenchym, hervor. Doch damit ist nur ein kleiner Teil der Aufgaben und Fähigkeiten des Binde- und Stützgewebes beschrieben. Nicht umsonst gilt das Bindegewebe als das "Chamäleon" der Grundgewebearten. Im allgemeinen setzt sich das Bindegewebe aus Zellen und Interzellularsubstanz zusammen. Erstere nennt man Fibrozyten oder Fibroblasten, je nach Form und Funktion, und synthetisieren vor allem die Moleküle für die "Grundsubstanz". Womit wir bei der Interzellularsubstanz wären: Diese wird auch Matrix genannt und besteht aus eben jener strukturlosen Grundsubstanz, sowie aus drei verschiedenen Typen von Fasern - elastische, retikuläre und Kollagenfasern. Durch Variation dieser Bestandteile entstehen jeweils die verschiedenen Bindegewebsarten. Wichtige Signalgeber Zur Matrix gehört auch die sogenannte Basalmembran, welche das Bindegewebe überall von benachbarten Zellen abgrenzt, und letzteren dabei als Verankerung dient. Dies bewerkstelligen in der Regel so bekannte Proteine wie Integrin, oder Laminin - Proteine, von denen man inzwischen weiß, dass sie als extrazelluläre Matrixproteine nicht nur Anker- und Stützfunktion haben, sondern wichtige Signal- und Steueraufgaben bei vielen Zell- und Entwicklungsprozessen spielen. Martinsrieder Matrixspezialisten Führt man sich zudem vor Augen, dass auch frei bewegliche Zellen wie Mastzellen, Plasmazellen oder Granulocyten auf einen bindegewebigen Ursprung zurückgehen, ahnt man langsam wie schwierig sich hier ein Zitationsvergleich gestalten muss. Auf diese Weise jedenfalls geschieht es, dass jemand wie Reinhard Fässler (3.), der die Rolle extrazellulärer Matrixproteine während der Entwicklung und bei der Entstehung von Krankheiten erforscht, neben dem Knochenexperten Michael Amling (6.) aus der Hamburger Unfallchirurgie auftaucht. Grund genug also , die Liste ein wenig auseinander zu sortieren. Unter den ersten Zwanzig der meistzitierten Köpfe platzierten sich sieben Bindegewebsspezialisten, die allesamt nominell als Biochemiker geführt werden. Angeführt werden diese von Rupert Timpl vom MPI für Biochemie in Martinsried, dem langjährigen, im Jahre 2003 verstorbenen "Patron" der deutschen Matrixbiologie, auf Platz 2. Direkt dahinter sein Nachfolger als Direktor am Martinsrieder MPI seit 2001, der bereits erwähnte Reinhard Fässler. Auch die restlichen Bindegewebs- und Matrixspezialisten unter den Top 20 kommen aus Martinsried - bis auf einen: Mats Paulsson aus der Biochemie der Universität Köln auf Platz 13. Bunte Knochenforschung Bleiben noch 13 Knochen- und Knorpelforscher unter den ersten Zwanzig. Und da düften womöglich einige sich die Augen reiben über den Erstplatzierten: Erwin F. Wagner vom Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien. Dieser ist zwar allgemein vor allem als Entwicklungsbiologe und molekularer Tumorforscher bekannt. Allerdings veröffentlichte er mit seinem Team gerade im Bewertungszeitraum 1999 bis 2001 mehrere Artikel zur Steuerung der Knochenzell-Differenzierung. Und auch im jüngsten Forschungsbericht des IMP führt Wagner dieses Thema weiterhin explizit als Forschungsprojekt auf. Dennoch muss man seinen Spitzenplatz relativieren, da er die Mehrzahl seiner Zitate doch mit anderen Themen wie etwa Steuerung von Zellproliferation und Apoptose erzielte. Wagner ist damit kein Einzellfall. Ähnliches gilt für Peter Angel, den Leiter der Abteilung "Signaltransduktion und Wachstumskontrolle" am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, der des öfteren mit Wagner kooperiert. So hatte auch er im Analysezeitraum einige Paper zur Kontrolle der Knochenzelldifferenzierung oder der Kollagenbildung. Auch er sammelte jedoch viele seiner Zitierungen mit anderen Themen. Auch der Rest der Knochen- und Knorpelforscher unter den ersten Zwanzig bietet ein buntes Bild, welche Disziplinen sich mit diesen Strukturen beschäftigen. Natürlich ist dieses Feld vor allem die Domäne von Orthopäden. Unter die ersten Zwanzig schafften es allerdings nur zwei nominelle Vertreter dieser Zunft: der Züricher Christian Gerber auf Platz 18 und der Hamburger Christoph Lohmann auf Platz 20. Weiter vorne konnten sich dagegen mit dem Kieler Claus-Christian Glüer (4.) sowie dem Berliner Dieter Felsenberg (8.) Knochenexperten aus der Radiologie platzieren. Beide repräsentieren zugleich ein weiteres Top-Thema der Knochenforschung: Osteoporose. Diese wiederum ist bisweilen auch ein Thema für die Endokrinologie - wie etwa Helmut Minne und Reinhard Ziegler auf den Plätzen 16 und 17 dokumentieren. Bleiben noch der Humangenetiker Bernhard Zabel von der Mainzer Kinderklinik (10.), der Münchner Anatom Felix Eckstein (11.) - sowie drei Hamburger Unfallchirurgen, angeführt von dem bereits erwähnten Michael Amling (6.). Und hinter Platz 20 finden sich noch Biomedizin-Techniker, Biomechaniker, Histologen, Physiologen und Pathologen. Eine Disziplin, die sich aus ihrer Perspektive bisweilen sehr eingehend mit Knochen und Knorpel beschäftigt, haben wir indes aus diesem Vergleich heraus gelassen: Die Rheumatologie. Deren Vertreter hatten "ihren" Zitationsvergleich bereits in LJ 05/2003 (S. 44). Wie die Tabellen entstanden Berücksichtigt wurden Papers mit Erscheinungsjahr zwischen 1999 und 2001 sowie mindestens einem Autor mit Adresse im deutschen Sprachraum. Die Zahlen für Zitate und Artikel lieferte die Datenbank "Web of Science" des Thomson-Institute for Scientific Information (ISI) in Philadelphia. Stichtag war der 21. Oktober 2004. Die "Köpfe" publizierten während des Bewertungszeitraums überwiegend in Journals mit Schwerpunkt in der Knochen-, Knorpel- oder Bindegewebsforschung, oder sie arbeiteten vorrangig an eindeutigen Projekten zu diesen Themen. Reviews zählten für die "Köpfe"-Wertung nicht. Wichtig: Fehler, die bereits in den Datenbanken stecken, können wir nur selten erkennen. |
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Die meistzitierten Artikel |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Ettinger B, ..., Glüer CC, ..., Cummings SR (Group Multiple Outcomes Raloxifene Evaluation) | Reduction of vertebral fracture risk in postmenopausal women with osteoporosis treated with raloxifene - Results from a 3-year randomized clinical trial JAMA-J. AM. MED. ASSOC. 282 (7): 637-645 AUG 18 1999 | 686 |
| 2. | Schilling AF, Beil FT, Shen JH, Vinson C, Rueger JM, Karsenty G | Leptin inhibits bone formation through a hypothalamic relay: A central control of bone mass. CELL 100 (2): 197-207 JAN 21 2000 | 264 |
| 3. | Eastell R (Group Vertebral Efficacy Risedronate) | Randomized trial of the effects of risedronate on vertebral fractures in women with established postmenopausal osteoporosis. OSTEOPOROSIS INTERNATIONAL 11 (1): 83-91 2000 | 256 |
| 4. | McClung MR, ..., Zippel H, ..., Chestnut CH (Group Hip Intervention Program Study Grp) | Effect of risedronate on the risk of hip fracture in elderly women. NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE 344 (5): 333-340 FEB 1 2001 | 245 |
| 5. | Orwoll E, ..., Pietschmann P, ..., Felsenberg D, ...Valeriano J | Alendronate for the treatment of osteoporosis in men. NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE 343 (9): 604-610 AUG 31 2000 | 174 |
| 6. | Ducy P, ..., Priemel M, ..., Amling M, Karsenty G | A Cbfa1-dependent genetic pathway controls bone formation beyond embryonic development. GENES & DEVELOPMENT 13 (8): 1025-1036 APR 15 1999 | 161 |
| 7. | Meier CR, Schlienger RG, Kraenzlin ME, Schlegel B, Jick H | HMG-CoA reductase inhibitors and the risk of fractures JAMA-J. AM. MED. ASSOC. 283 (24): 3205-3210 JUN 28 2000 | 153 |
| 8. | Gong YQ, ..., Zabel B, ..., Warman ML (Group Osteoporosis Pseudoglioma Syndrome) | LDL receptor-related protein 5 (LRP5) affects bone accrual and eye development. CELL 107 (4): 513-523 NOV 16 2001 | 143 |
| 9. | Pols HAP, Felsenberg D, ..., Stych B (Group Fosamax Int Trial Study Grp) | Multinational, placebo-controlled, randomized trial of the effects of alendronate on bone density and fracture risk in postmenopausal women with low bone mass: Results of the FOSIT study. OSTEOPOROSIS INT. 9 (5): 461-468 1999 | 136 |
| 10. | Talts JF, Andac Z, Göhring W, Brancaccio A, Timpl R | Binding of the G domains of laminin alpha 1 and alpha 2 chains and perlecan to heparin, sulfatides, alpha-dystroglycan and several extracellular matrix proteins. EMBO JOURNAL 18 (4): 863-870 FEB 15 1999 | 132 |
Die meistzitierten Reviews |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Kanis JA, Glüer CC | An update on the diagnosis and assessment of osteoporosis with densitometry. OSTEOPOROSIS INTERNATIONAL 11 (3): 192-202 2000 | 137 |
| 2. | Chiquet M | Regulation of extracellular matrix gene expression by mechanical stress. MATRIX BIOLOGY 18 (5): 417-426 OCT 1999 | 78 |
Die meistzitierten Köpfe |
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| Rang | Name | Ort | Zitierungen | Artikel |
| 1 | Erwin F. Wagner | Inst. f. Mol. Pathol. (IMP) Wien | 1973 | 34 |
| 2 | Rupert Timpl | MPI Biochem. Martinsried (_ 2003) | 1689 | 46 |
| 3 | Reinhard Fässler | MPI Biochem. Martinsried | 1575 | 48 |
| 4 | Claus-Christian Glüer | Diagn. Radiol. AG Med. Physik Uni Kiel | 946 | 11 |
| 5 | Takako Sasaki | MPI f. Biochem. Martinsried | 872 | 21 |
| 6 | Michael Amling | Exp. Unfallchirurgie Uni Hamburg | 862 | 14 |
| 7 | Peter Angel | DKFZ Heidelberg | 802 | 19 |
| 8 | Dieter Felsenberg | Zentr. f. Muskel- u. Knochenforsch. FU Berlin | 725 | 24 |
| 9 | Matthias H. Priemel | Unfallchirurgie Uni Hamburg | 649 | 11 |
| 10 | Bernhard Zabel | Kinderklinik Uni Mainz | 647 | 23 |
| 11 | Felix Eckstein | Anat. Anstalt Uni München | 532 | 40 |
| 12 | Attila Aszodi | MPI f. Biochem. Martinsried (bis 2001 Lund) | 513 | 15 |
| 13 | Mats Paulsson | Biochem. Uni Köln | 497 | 23 |
| 14 | Cord Brakebusch | MPI f. Biochem. Martinsried | 491 | 14 |
| 15 | Johannes Maria Rueger | Unfallchirurgie Uni Hamburg | 431 | 7 |
| 16 | Helmut W. Minne | Klin. Osteol. Klinikum Bad Pyrmont | 413 | 8 |
| 17 | Reinhard Ziegler | Med. Klinik Uni Heidelberg | 410 | 37 |
| 18 | Christian Gerber | Orthopäd. Uniklinik Balgrist/Zürich | 398 | 26 |
| 19 | Jan F. Talts | MPI f. Biochem. Martinsried (seit 2001 Lund) | 374 | 8 |
| 20 | Christoph Lohmann | Orthopäd. Klinik Uni Hamburg (b. 02 Gött.) | 373 | 24 |
| 21 | Peter Ruegsegger | Biomed. Technik Uni und ETH Zürich (bis 2001) | 362 | 18 |
| 22 | Peter Fratzl | MPI f. Kolloid- & Grenzflächenforsch. Potsdam | 350 | 28 |
| 23 | Markus J. Seibel | Med. Klinik Uni Heidelberg (seit 01 Melbourne) | 345 | 26 |
| 24 | Fabio Quondamatteo | Histol. Uni Göttingen | 323 | 16 |
| 25 | Walter Göhring | MPI f. Biochemie Martinsried | 312 | 9 |
| 26 | Rainer Herken | Histol. Uni Göttingen | 308 | 17 |
| 27 | Andres Laib | Biomed. Technik Uni und ETH Zürich | 306 | 13 |
| 28 | Arndt F. Schilling | Exp. Unfallchirurgie Uni Hamburg | 303 | 4 |
| 29 | Winfried Winkelmann | Orthopäd. Klinik Uni Münster | 300 | 32 |
| 30 | Hartmut Zippel | Orthopäd. Klinik Charité HU Berlin | 296 | 6 |
| Ernst B. Hunziker | ME Müller-Inst. f. Biomech. Uni Bern | 296 | 15 | |
| 32 | Günter Delling | Osteopathol. Uni Hamburg | 284 | 27 |
| 33 | Bernd Swoboda | Orthopäd. Rheumatol. Uni Erlangen | 276 | 23 |
| 34 | Stefan Mundlos | MPI f. mol. Genet. Berlin | 272 | 8 |
| 35 | Christian Wüster | Endokrinol. Praxis Mainz (bis 2001 Heidelberg) | 268 | 12 |
| 36 | Peter Pietschmann | Pathophysiol. Uni Wien | 267 | 13 |
| 37 | F. Timo Beil | Exp. Unfallchirurgie Uni Hamburg | 264 | 1 |
| 38 | Thomas Aigner | Pathol. Uni Erlangen | 262 | 20 |
| 39 | Nicolai Miosge | Histol. Uni Göttingen | 237 | 14 |
| 40 | Koichi Matsuo | Inst. f. Mol. Pharmakol. (IMP) Wien (seit 03 Kejo/J) | 228 | 6 |
| 41 | Kurt Weber | Endokrinol. Med. Klinik Uni Graz | 222 | 5 |
| Ralph Müller | Biomed. Technik Uni und ETH Zürich | 215 | 5 | |
| 43 | Reinhold Ganz | Orthopäd. Inselspital Uni Bern | 215 | 30 |
| 44 | Hanns Plenk | Histol. & Embryol. Uni Wien | 207 | 21 |
| 45 | Norbert P. Haas | Unfallchirurgie Charité HU Berlin | 206 | 26 |
| 46 | Rainer Kotz | Orthopäd. Klinik Uni Wien | 187 | 25 |
| 47 | Zeynep Andac | MPI f. Biochemie Martinsried (s. 02 Kopenhagen) | 184 | 2 |
| Florian Otto | Med. Klinik Uni Freiburg | 184 | 3 | |
| Marius Kraenzlin | Endokrinol. Kantonsspital Uni Basel | 184 | 5 | |
| 50 | Dieter Kohn | Orthopäd. Klinik Uni Homburg | 161 | 32 |