
| Die meistzitierten Artikel | Die meistzitierten Reviews | Die meistzitierten Köpfe |
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Auch wenn man eine enge Definition anlegt, wird die Molekularbiologie weiterhin stark überdurchschnittlich zitiert. Die Molekularbiologie als Disziplin zu erfassen ist gar nicht so einfach. Schließlich drängte sie durch ihren enormen methodischen Siegeszug innerhalb der letzten 50 Jahre in nahezu jede andere biologische oder biomedizinische Disziplin hinein. Was heute unter anderem vielfach durch das vorgestellte Adjektiv "Molekular" angezeigt wird: Molekulare Neurobiologie, Molekulare Ökologie, Molekulare Zellbiologie,... Das ureigene Profil der Molekularbiologie musste dadurch jedoch zwangsläufig verwässern. RNA und Ribosomen,... Biologiehistoriker wie Robert Olby unterscheiden daher eine "weite" Definition der Molekularbiologie von einer "engen". Die "weite" Definition sieht die Molekularbiologie ganz allgemein als Disziplin von der Struktur und der Funktion biologischer Makromoleküle. Die "enge" Definition fasste der Berliner Wissenschaftshistoriker Hans-Jörg Rheinberger 1995 in seiner Kurzen Geschichte der Molekularbiologie als "Erforschung des genetischen Informationsflusses und seiner molekularen Details" zusammen. Und er schreibt darin weiter: "In diesem Zusammenhang wird heute oft auch der Ausdruck molekulare Genetik verwendet... Man kann sagen, dass die Molekularbiologie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewissermaßen in einen Doppelstatus hineingewachsen ist: als Spezialdisziplin (molekulare Genetik) im Rahmen der übrigen biologischen Disziplinen, und als allgemeines, die ganze Biologie durchziehendes experimentelles und theoretisches Paradigma (molekulare Biologie)." Ein Zitationsvergleich "Molekularbiologie (Molekulargenetik)" kann nur die enge Definition verwenden, um nicht rettungslos Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Gefragt waren also Forscherinnen und Forscher, die Phänomene bearbeiten wie Replikation, Spleißen oder allgemeine Genexpression. Die etwa Struktur und Funktionsweise von Chromosomen oder Ribosomen untersuchen. Oder die beispielsweise Vorgänge wie RNA-Transport durch die Kernmembran oder Chromosomensegregation erforschen. Die aktuell "Zitationsstarken" Themen der Molekularbiologie sind bei einem Blick in die Listen schnell identifiziert. Die zehn meistzitierten Paper der Jahre 1999-2001 mit Beteiligung aus dem deutschen Sprachraum verteilen sich grob wie folgt: Viermal RNA-Interferenz, viermal Chromatinstruktur und Epigenetik, sowie zweimal Ribosomenstruktur. Wobei ein Paper mit einem Riesenabstand über allen thront: Das Nature-Paper rund um den damaligen Göttinger Thomas Tuschl zur RNA-Interferenz in kultivierten Säugerzellen. Mit bald 1000 Zitierungen dürfte es zu den meistzitierten Artikeln seit Beginn des 3. Jahrtausends überhaupt zählen. Für diesen Vergleich umso bemerkenswerter, da es mit Mai 2001 erst gegen Ende unseres Bewertungfensters herauskam. Tuschl brachte zudem noch weitere Zitations-"Blockbuster" zum gleichen Thema - teilweise mit seiner damaligen Gruppe am Göttinger MPI für biophysikalische Chemie - auf die Plätze 3, 6 und 10 unseres Vergleichs. Kein Wunder, dass er daher auch auf Platz 1 unsere "Köpfe"-Liste auftaucht. Aber mit welcher Quote? 2.400 Zitierungen mit "nur" acht Artikeln. Macht 300 Zitate pro Artikel. Schafft das eigentlich noch sonst wer? ...Epigenetik und Kerntransport Umso ärgerlicher daher, dass "Tom" Tuschl heute als schmerzliches Paradebeispiel für den "Brain Drain" erfolgreicher deutscher Nachwuchsforscher in die USA gilt. Obwohl er am Ende ein Angebot der Max-Planck-Gesellschaft hatte, ging der heute 37-Jährige im letzten Jahr an die Rockefeller University in New York. Was wurde da gejammert. Doch zurück zu unserem Vergleich: Klar, dass Tuschls Mitarbeiter Winfried Lendeckel, Sayda Elbashir und Jens Harborth sich als Koautoren ebenfalls weit vorne auf den Plätzen 3, 4 und 9 platzieren konnten. Während neben Tuschl und Co. nur noch Reinhard Lührmann (10.) als weiterer RNA-Forscher in der 50er-Liste auftaucht, verteilt sich das Thema "Ribosomenstruktur" auf insgesamt drei Orte: die Max-Planck-Forschungseinheit für Ribosomenstruktur in Hamburg unter Leitung der Israelin Ada Yonath (22.); die "AG Ribosomen" am Berliner MPI für molekulare Genetik; sowie den ehemaligen Göttinger Genomiker Thomas Hartsch (25.), der mittlerweile bei der Bioinformatik-Firma Genedata in Basel arbeitet. Noch mehr Köpfe und Gruppen repräsentieren das Thema "Chromatinstruktur und Epigenetik" innerhalb der Top 50. Am weitesten vorne die drei Gruppen vom Wiener Institut für Molekulare Pathologie (IMP) um Kim Nasmyth (2.), Thomas Jenuwein (6.) und Jan-Michael Peters (14.), sowie das Team um den Ex-EMBL-Forscher Peter Becker von der Uni München (12.). Das Wiener IMP brachte auf diese Weise ganze 13 Forscher unter die Top 50. Doch noch ein weiteres starkes Thema schimmert beim Blick durch die Köpfe-Liste durch, auch wenn dazu kein Paper unter den Top Ten erscheint: Der Transport von RNA und Proteinen durch die Kernmembran: Immerhin vier der 15 Erstplatzierten werden hauptsächlich für dieses Thema zitiert. Und zwar - im Vergleich mit anderen Life Science-Disziplinen - ebenfalls weit überdurchschnittlich. An zitierstarken Themen scheint es also auch der "engen" Molekularbiologie weiterhin nicht zu mangeln. Wie die Tabellen entstanden: Berücksichtigt wurden Papers mit Erscheinungsjahr zwischen 1999 und 2001 sowie mindestens einem Autor mit Adresse im deutschen Sprachraum. Zahlen für Zitate und Artikel lieferte die Datenbank "Web of Science" des Institute for Scientific Information (ISI) in Philadelphia. Stichtag war der 10. März 2004. Die "Köpfe" arbeiteten während des Bewertungszeitraums an einem molekularbiologischen Institut, publizierten überwiegend in molekularbiologischen Journals oder arbeiteten vorrangig an eindeutig molekularbiologischen Projekten. Reviews sowie Artikel mit mehr als 50 Autoren zählten für die "Köpfe"-Wertung nicht. Wichtig: Fehler, die bereits in den Datenbanken stecken, können wir nur selten erkennen. |
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Die meistzitierten Artikel |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Elbashir SM, Harborth J, Lendeckel W, Yalcin A, Weber K, Tuschl T | Duplexes of 21-nucleotide RNAs mediate RNA interference in cultured mammalian cells. NATURE 411 (6836): 494-498 MAY 24 2001 | 935 |
| 2. | Wimberly BT, ..., Hartsch T, Ramakrishnan V | Structure of the 30S ribosomal subunit. NATURE 407 (6802): 327-339 SEP 21 2000 | 422 |
| 3. | Zamore PD, Tuschl T, Sharp PA, Bartel DP | RNAi: Double-stranded RNA directs the ATP-dependent cleavage of mRNA at 21 to 23 nucleotide intervals. CELL 101 (1): 25-33 MAR 31 2000 | 387 |
| 4. | Rea S, Eisenhaber F, OCarroll N, Strahl BD, Sun ZW, Schmid M, Opravil S, Mechtler K, Ponting CP, Allis CD, Jenuwein T | Regulation of chromatin structure by site-specific histone H3 methyltransferases. NATURE 406 (6796): 593-599 AUG 10 2000 | 384 |
| 5. | Lachner M, OCarroll N, Rea S, Mechtler K, Jenuwein T | Methylation of histone H3 lysine 9 creates a binding site for HP1 proteins. NATURE 410 (6824): 116-120 MAR 1 2001 | 373 |
| 6. | Elbashir SM, Lendeckel W, Tuschl T | RNA interference is mediated by 21-and 22-nucleotide RNAs. GENES & DEVELOPMENT 15 (2): 188-200 JAN 15 2001 | 349 |
| 7. | Cosma MP, Tanaka T, Nasmyth K | Ordered recruitment of transcription and chromatin remodeling factors to a cell cycle- and developmentally regulated promoter. CELL 97 (3): 299-311 APR 30 1999 | 301 |
| 8. | Schlünzen F, Tocilj A, Zarivach R, Harms J, Gluehmann M, Janell D, Bashan A, Bartels H, Agmon I, Franceschi F, Yonath A | Structure of functionally activated small ribosomal subunit at 3.3 angstrom resolution. CELL 102 (5): 615-623 SEP 1 2000 | 243 |
| 9. | Uhlmann F, Lottspeich F, Nasmyth K | Sister-chromatid separation at anaphase onset is promoted by cleavage of the cohesin subunit Scc1. NATURE 400 (6739): 37-42 JUL 1 1999 | 203 |
| 10. | Lagos-Quintana M, Rauhut R, Lendeckel W, Tuschl T | Identification of novel genes coding for small expressed RNAs. SCIENCE 294 (5543): 853-858 OCT 26 2001 | 183 |
Die meistzitierten Reviews |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Jenuwein T, Allis CD | Translating the histone code. SCIENCE 293 (5532): 1074-1080 AUG 10 2001 | 600 |
| 2. | Hentze MW, Kulozik AE | A perfect message: RNA surveillance and nonsense-mediated decay. CELL 96 (3): 307-310 FEB 5 1999 | 262 |
| 3. | Suske G | The Sp-family of transcription factors. GENE 238 (2): 291-300 OCT 1 1999 | 250 |
Die meistzitierten Köpfe |
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| Rang | Name | Ort | Zitierungen | Artikel |
| 1. | Thomas Tuschl | MPI biophys. Chem. Götting. (s. 03 NYC) | 2396 | 8 |
| 2. | Kim Nasmyth | Inst. Mol. Pathol. (IMP) Wien | 2287 | 27 |
| 3. | Winfried Lendeckel | MPI biophys. Chem. Göttingen | 1651 | 4 |
| 4. | Sayda Elbashir | MPI f. biophys. Chem. Göttingen (s. 03 NYC) | 1468 | 3 |
| 5. | Hans Lehrach | MPI f. mol. Genet. Berlin | 1408 | 48 |
| 6. | Thomas Jenuwein | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien | 1347 | 13 |
| 7. | Eliza Izaurralde | Gene Expression Programme EMBL Heidelberg | 1064 | 19 |
| 8. | Ed C. Hurt | Biochemie-Zentrum Uni Heidelberg | 1047 | 30 |
| 9. | Jens Harborth | MPI f. biophys. Chem. Göttingen | 1022 | 4 |
| 10. | Reinhard Lührmann | MPI f. biophys. Chem. Göttingen | 926 | 29 |
| 11. | Iain Mattaj | Gene Expression Programme EMBL Heidelberg | 870 | 22 |
| 12. | Peter B. Becker | A. Butenandt-Inst. Uni München (b. 99 EMBL ) | 860 | 21 |
| 13. | Frank Uhlmann | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien (s. 00 London) | 856 | 8 |
| 14. | Jan-Michael Peters | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien | 830 | 16 |
| 15. | Dirk Görlich | ZMBH Uni Heidelberg | 825 | 20 |
| 16. | Stephen Rea | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien | 809 | 3 |
| 17. | Donal O´Carroll | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien | 737 | 6 |
| 18. | Bertrand Seraphin | Gene Expr. Progr. EMBL Heidleberg (s. 03 F) | 687 | 21 |
| 19. | Josef Jiricny | Mol. Krebsforschung Uni Zürich | 661 | 24 |
| 20. | François Francheschi | AG Ribosomen MPI f. mol. Genet. Berlin | 659 | 13 |
| 21. | Matthias W. Hentze | Gene Expr. Programme EMBL Heidelberg | 658 | 20 |
| 22. | Ada Yonath | Max Planck-Einh. f. Ribosomenstruktur HH / Israel | 647 | 10 |
| 23. | Frank Schlünzen | Max Planck-Einh. f. Ribosomenstruktur HH | 644 | 9 |
| 24. | Manfred Schmid | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien | 615 | 5 |
| 25. | Thomas Hartsch | Mikrobiol. u. Genet. Uni Göttingen (s. 02 Basel) | 611 | 6 |
| 26. | Ulrike Kutay | Biochem. ETH Zürich (bis 99 ZMBH Heidelberg) | 610 | 13 |
| 27. | Bernhard Horsthemke | Humangenet. Uni Essen | 608 | 26 |
| 28. | Jörg Harms | Max Planck-Forsch.-einh. f. Ribosomenstruktur HH | 592 | 9 |
| 29. | Tomoyuki Tanaka | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien (s. 02 Dundee) | 589 | 6 |
| 30. | Susanne Opravil | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien | 548 | 4 |
| 31. | Rudolf Grosschedl | Genzentrum Uni München | 522 | 13 |
| 32. | Thomas Haaf | Humangenet. Uni Mainz (b. 02 MPI Berlin) | 510 | 31 |
| 33. | Thomas Cremer | Humangenet. Uni München | 501 | 18 |
| 34. | Monika Lachner | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien | 495 | 2 |
| 35. | Isabelle C. Braun | Gene Expression Group EMBL Heidelberg | 470 | 8 |
| 36. | Patrick Cramer | Genzentrum Uni München (b. 01 Stanford/USA) | 460 | 4 |
| 37. | Wolfgang Hillen | Mikrobiol. u. Genet. Uni Erlangen | 457 | 27 |
| 38. | Alexander Schleiffer | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien | 450 | 7 |
| 39. | Ante Tocilj | Max Planck-Einh. f. Ribosomenstruktur HH | 444 | 6 |
| 40. | Karin Buiting | Humangenet. Uni Essen | 438 | 18 |
| 41. | Harry Scherthan | MPI f. mol. Genet. Berlin (b. 01 Kaiserslautern) | 433 | 16 |
| 42. | Maria Pia Cosma | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien (s. 03 Neapel) | 428 | 3 |
| Gernot Längst | A. Butenandt-Inst. Uni München | 428 | 8 | |
| 44. | Marina V. Rodnina | Mol. Biol. Uni Witten/Herdecke | 421 | 16 |
| 45. | Wolfgang Wintermeyer | Mol. Biol. Uni Witten/Herdecke | 418 | 15 |
| 46. | Jörn Walter | Genet. Uni Saarbrücken (b. 01 MPI Berlin) | 400 | 12 |
| 47. | Davide Corona | A. Butenandt-Inst. Uni München (s. 00 S. Cruz/USA) | 396 | 7 |
| 48. | Attila Tóth | Inst. f. mol. Pathol. (IMP) Wien (s. 02 Cambridge/UK) | 395 | 6 |
| 49. | Marco Glühmann | Max Planck-Einh. f. Ribosomenstruktur HH | 392 | 6 |
| 50. | Hermann Bujard | ZMBH Uni Heidelberg | 384 | 12 |