
| Die meistzitierten Artikel | Die meistzitierten Reviews | Die meistzitierten Köpfe |
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Das Interesse an Parasiten ist durchaus vielfältig. Und kommt nicht nur aus medizinischen Disziplinen. "Schmarotzerkunde" nannten die Deutschen früher in ihrer Sprache die Parasitologie. Und definieren sie bis heute als "die Wissenschaft von Parasiten, ihrer Lebensweise und ihren Wechselwirkungen mit Wirt und Umwelt". Wobei streng genommen nur eukaryotische Organismen gemeint sind: Protozoen, Würmer, Insekten und Spinnentiere in der Hauptsache. Damit ist die Parasitologie ist ein wohldefiniertes Feld, denkt man. Wer sich mit eukaryotischen Organismen beschäftigt, die schmarozend in anderen leben, sollte demnach Parasitologe sein. Größtenteils ist das sicher auch so. Auszuschließen wären allenfalls diejenigen, die sich ausgerechnet einen parasitären Organismus als Modellobjekt für irgendwelche biochemisch oder sonstwie motivierten Studien erkoren haben. Solche also, denen es gar nicht um den Schmarotzer selbst geht. Aber das kommt selten vor. Dennoch schadet es nicht, ein wenig zu differenzieren. Denn naturgemäß sind Parasiten aus mehreren verschiedenen Richtungen interessant. Da sind sicherlich zuerst einmal die Mediziner und Veterinäre, die vor allem den Kampf gegen pathogene Parasiten im Sinn haben. Insbesondere also Infektionsmediziner, Tropenmediziner, vielleicht auch noch ein paar Pathologen. Problematische Immunologen Ein wenig schwierig wird es jedoch bei den Immunologen, da viele zu ihren Studien über die Mechanismen der Immunantwort unter anderem – aber nicht ausschließlich – Parasiten heranziehen. Für unseren Vergleich sollten sie daher nur zählen, wenn sie ihren forscherischen Schwerpunkt deutlich auf Immunparasitologie haben. Bei dem Dritten in der Liste der "meistzitierten Köpfe", Christian Bogdan von der Klinischen Mikrobiologie & Immunologie der Uni Erlangen, ist das etwa der Fall. "Hauptdarsteller" in fast allen seiner Paper der Jahre 1998-2000 war Leishmania major, ein klassischer einzelliger Parasit. Etwas weniger eindeutig ist dies der Fall bei Martin Röllinghoff, der als Direktor von Bogdans Instituts einen Platz vor diesem landete. Allerdings bezeichnet Bogdan ihn als denjenigen, der in Erlangen die Immunparasitologie eingeführt hatte und über viele Jahre selbst an der Abwehr von Leishmanien forschte. Also akzeptierten wir ihn als "Grenzfall". Der Rest der "Top Five" dürfte dagegen keine Probleme bereiten, handelt es sich doch ganz klar um "Schmarotzerkundler". So leitet etwa Peter Kremsner, der mit einigem Abstand Meistzitierte, nicht nur die Abteilung Parasitologie in der Tübinger Tropenmedizin, sondern ist seit März 1992 auch Leiter der Forschungsabteilung am berühmten Albert Schweitzer Hospital in Lambaréné/Gabun. Platz Vier und Fünf für den Zürcher Peter Deplazes sowie Marcel Tanner, Chef des Schweizerischen Tropenistituts in Basel, dokumentieren zugleich die starke Stellung der Parasitologie in der Schweizer Forschungslandschaft. Immerhin noch neun weitere Schweizer Forscher schafften den Sprung unter die Top 50.Doch nicht nur Mediziner interessieren sich für Schmarotzer, auch Biologen. Und wiederum ist hier das Spektrum breiter gestreut, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Da sind etwa Biochemiker, die sich für Parasiten-spezifischen Stoffwechsel interessieren. Siehe etwa die Gießener Hassan Jomaa (17.) und Ewald Beck (10.), die dabei zugleich einen Angriffspunkt zur spezifischen Bekämpfung von Malaria ausmachten – und darüber das meistzitierte Paper des Bewertungszeitraums schrieben. Dann sind da die Genetiker/Genomiker. Diese interessieren sich beispielsweise für die oftmals besonders ausgeprägte Reduktion von Parasitengenomen. Oder sie suchen nach Wegen, durch genetische Veränderungen der Überträger das parasitäre Wirtshüpfen bereits vor der Infektion des Menschen zu stoppen. Fotis Kafatos (6.), Direktor des EMBL in Heidelberg, gehört etwa dazu. Zudem war dieser auch eine der treibenden Persönlichkeiten auf dem Weg zur Genomerstellung des Malaria-Überträgers Anopheles gambiae (LJ 11/2002, S. 8). Und nicht zu vergessen sind natürlich diejenigen, die aus dem Dreieck "Ökologie-Verhaltensforschung-Evolution" kommen. Diese widmen sich vor allem dem koevolutioniären Wettrennen zwischen Wirt und Parasit samt deren Ökologie. Auch hier scheint wiederum die Schweiz besonders stark, wie etwa der Zürcher Paul Schmid-Hempel (14.) sowie der Berner Zoologe Heinz Richner (37.) andeuten. Dieter Ebert, bis 2001 in Basel und jetzt in Fribourg, schaffte es als Dritter in diesem Bunde zwar nicht unter die Top 50, schrieb aber den am zweithäufigsten zitierten Review des Bewertungszeitraums. Fehlen noch die Pflanzen- und Pilzforscher. Natürlich wird auch hier viel Schmarotzerkunde betrieben. Als Beispiel sei hier die Marburger MPI-Direktorin Regine Kahmann erwähnt, die die Wirts-Parasitenbeziehung zwischen Mais und dem Pilzschädling Ustilago maydis (Maisbeulenbrand) erforscht. Jedoch, während die Zoologen und die Mediziner sich noch in den gängigen Journals wie etwa Parasitology begegnen, publiziert Kahmanns Zunft in völlig anderen Zeitschriften. Daher fanden diese bereits ihren Platz im Zitationsvergleich "Pflanzenforschung" (LJ 4/2001, S. 31) – oder werden ihn in einem zukünftigen Vergleich "Pilzforschung" finden. Man will ja möglichst nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Zum Schluss noch ein seltenes Erlebnis: Wir hatten ursprünglich Rolf Horstmann vom Hamburger Bernhard Nocht-Institut für Tropenmedizin auf Platz 19 in der Liste. Der aber schrieb uns, dass er inzwischen "in die Riege der klinischen Genetiker gerutscht" sei und seine bestzitierten Publikationen daher aus klinisch-genetischen Übungen mit anderen Erkrankungen wie etwa Parkinson stammten. So etwas verzerre Zitationsvergleiche, weshalb ihm eine Nennung in der Parasitologie zu diesem Zeitpunkt problematisch erscheine. "Ich hoffe aber, dass ich in einer der nächsten Runden wieder dabei bin, sei es als klinischer Genetiker oder – dann zu Recht – als Parasitologe", schließt er. Hut ab!. Wie die Tabellen entstanden: Berücksichtigt wurden Papers mit Erscheinungsjahr zwischen 1998 und 2000 sowie min-destens einem Autor mit Adresse in Deutschland, Österreich oder der deutschsprachigen Schweiz. Zahlen für Zitate und Artikel lieferte die Datenbank "Web of Science" des Institute for Scientific Information (ISI) in Philadelphia. Stichtag war der 11. Dezember 2002. Die "Köpfe" arbeiteten zu-mindest während eines Teils des Bewertungszeitraums an einem parasitologischen Institut, publizierten überwiegend in parasitologischen Journals oder arbeiteten vorrangig an eindeutig parasitologischen Projekten. Review-Artikel samt Zitierungen wurden nicht berücksichtigt. Wichtig: Fehler, die bereits in den Datenbanken stecken, können wir nur selten erkennen. |
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Die meistzitierten Artikel |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Jomaa H, Wiesner J, Sanderbrand S, Altincicek B, Weidemeyer C, Hintz M, Turbachova I, Eberl M, Zeidler J, Lichtenthaler HK, Soldati D, Beck E | Inhibitors of the nonmevalonate pathway of isoprenoid biosynthesis as antimalarial drugs. SCIENCE 285 (5433): 1573-1576 SEP 3 1999 | 149 |
| 2. | Diefenbach A, Schindler H, Donhauser N, Lorenz E, Laskay T, MacMicking J, Rollinghoff M, Gresser I, Bogdan C | Type 1 interferon (IFN alpha/beta) and type 2 nitric oxide synthase regulate the innate immune response to a protozoan parasite. IMMUNITY 8 (1): 77-87 JAN 1998 | 98 |
| 3. | Scherf A, Hernandez-Rivas R, Buffet P, Bottius E, Benatar C, Pouvelle B, Gysin J, Lanzer M | Antigenic variation in malaria: in situ switching, relaxed and mutually exclusive transcription of var genes during intra-erythrocytic development in Plasmodium falciparum. EMBO JOURNAL 17 (18): 5418-5426 SEP 15 1998 | 80 |
| 4. | Catteruccia F, Nolan T, Loukeris TG, Blass C, Savakis C, Kafatos FC, Crisanti A | Stable germline transformation of the malaria mosquito Anopheles stephensi. NATURE 405 (6789): 959-962 JUN 22 2000 | 72 |
| 5. | Dorn A, Vippagunta SR, Matile H, Jaquet C, Vennerstrom JL, Ridley RG | An assessment of drug-haematin binding as a mechanism for inhibition of haematin polymerisation by quinoline antimalarials. BIOCHEMICAL PHARMACOLOGY 55 (6): 727-736 MAR 15 1998 | 67 |
| 6. | Jha TK, Sundar S, Thakur CP, Bachmann P, Karbwang J, Fischer C, Voss A, Berman J | Miltefosine, an oral agent, for the treatment of Indian visceral leishmaniasis. NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE 341 (24): 1795-1800 DEC 9 1999 | 62 |
| 7. | Morgan UM, Sargent KD, Deplazes P, Forbes DA, Spano F, Hertzberg H, Elliot A, Thompson RCA | Molecular characterization of Cryptosporidium from various hosts. PARASITOLOGY 117: 31-37 Part 1 JUL 1998 | 59 |
| 8. | Hoerauf A, Nissen-Pahle K, Schmetz C, Henkle-Duhrsen K, Blaxter ML, Buttner DW, Gallin MY, Al-Qaoud KM, Lucius R, Fleischer B | Tetracycline therapy targets intracellular bacteria in the filarial nematode Litomosoides sigmodontis and results in filarial infertility. JOURNAL OF CLINICAL INVESTIGATION 103 (1): 11-17 JAN 1999 | 58 |
| 9. | Bray PG, Mungthin M, Ridley RG, Ward SA | Access to hematin: The basis of chloroquine resistance. MOLECULAR PHARMACOLOGY 54 (1): 170-179 JUL 1998 | 58 |
| 10. | Dimopoulos G, Seeley D, Wolf A, Kafatos FC | Malaria infection of the mosquito Anopheles gambiae activates immune-responsive genes during critical transition stages of the parasite life cycle. EMBO JOURNAL 17 (21): 6115-6123 NOV 2 1998 | 54 |
Die meistzitierten Reviews |
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| Rang | Autoren | Paper | Zitierungen |
| 1. | Hoffmann JA, Kafatos FC, Janeway CA, Ezekowitz RAB | Phylogenetic perspectives in innate immunity. SCIENCE 284 (5418): 1313-1318 MAY 21 1999 | 445 |
| 2. | Ebert D | Evolution - Experimental evolution of parasites SCIENCE 282 (5393): 1432-1435 NOV 20 1998 | 51 |
Die meistzitierten Köpfe |
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| Rang | Name | Ort | Zitierungen | Artikel |
| 1. | Peter G. Kremsner | Humanparasitol. Uni Tübingen | 631 | 58 |
| 2. | Martin Röllinghoff | Klin. Mikrobiol. & Immun. Uni Erlang. | 480 | 32 |
| 3. | Christian Bogdan | Klin. Mikrobiol. & Immun. Uni Erlangen | 451 | 13 |
| 4. | Peter Deplazes | Parasitol. Uni Zürich | 367 | 25 |
| 5. | Marcel Tanner | Schweizerisches Tropeninstitut Basel | 357 | 52 |
| 6. | Fotis Kafatos | EMBL Heidelberg | 354 | 18 |
| 7. | Bernhard Fleischer | Bernh. Nocht-Inst. f. Tropenmed. Hamburg | 344 | 24 |
| 8. | Robert G. Ridley | Hoffmann-La Roche Basel (seit 99 WHO Genf) | 327 | 20 |
| 9. | Bertrand Lell | Humanparasitol. Uni Tübingen | 308 | 23 |
| 10. | Ewald Beck | Biochemie Uni Gießen | 282 | 14 |
| 11. | Dominique Soldati | Zentr. Biochem. Uni Heidelb. (seit 02 London) | 270 | 11 |
| 12. | Andreas Diefenbach | Klin. Mikrobiol. & Immun. Uni Erlangen | 263 | 6 |
| 13. | Bruno Gottstein | Parasitol. Uni Bern | 261 | 29 |
| 14. | Paul Schmid-Hempel | Ökol. & Evol. ETH Zürich | 256 | 25 |
| 15. | Boran Altincicek | Biochem. Uni Gießen | 244 | 5 |
| 16. | Doris Luckner | Humanparasitol. Uni Tübingen | 244 | 14 |
| 17. | Hassan Jomaa | Biochemie Uni Gießen | 221 | 6 |
| 18. | Ronald Kaminsky | Schweizerisches Tropeninstitut Basel | 218 | 16 |
| 19. | George Dimopoulos | EMBL Heidelberg (seit 01 London) | 216 | 7 |
| 20. | Hugues Matile | Hoffmann-La Roche Basel | 204 | 10 |
| 21. | York-Dieter Stierhof | MPI f. Biologie Tübingen | 200 | 12 |
| 22. | Jochen Wiesner | Biochem. Uni Gießen | 198 | 4 |
| 23. | Heike Schindler | Klin. Mikrobiol. & Immunol. Uni Erlangen | 190 | 5 |
| 24. | Michael Lanzer | Parasitol. Uni Heidelberg (bis 98 Würzburg) | 188 | 6 |
| 25. | Claus Weidemeyer | Biochem. Uni Gießen | 187 | 3 |
| 26. | Reto Brun | Schweizerisches Tropeninstitut Basel | 185 | 24 |
| 27. | Heidrun Moll | Zentrum Infektionsforsch. Uni Würzburg | 183 | 7 |
| 28. | Matthias Eberl | Biochem. Uni Gießen | 182 | 4 |
| 29. | Jürgen F. Kun | Humanparasitol. Uni Tübingen | 181 | 13 |
| 30. | Martin Hintz | Biochem. Uni Gießen | 176 | 7 |
| 31. | Christine E. Clayton | ZMBH Uni Heidelberg | 170 | 13 |
| 32. | Silke Sanderbrand | Biochem. Uni Gießen | 167 | 3 |
| 33. | Arnulf Dorn | Hoffmann-La Roche Basel | 162 | 10 |
| 34. | Achim Hörauf | Bernh. Nocht-Inst. f. Tropenmed. Hamburg | 154 | 9 |
| 35. | R. Luise Krauth-Siegel | Biochemie-Zentrum Uni Heidelberg | 148 | 12 |
| 36. | Dietrich W. Büttner | Bernh. Nocht-Inst. f. Tropenmed. Hamburg | 146 | 15 |
| 37. | Heinz Richner | Zool. Uni Bern | 141 | 14 |
| 38. | Kimberley Henkle-Dührsen | Bernh. Nocht-Inst. f. Tropenmed. HH | 140 | 10 |
| 39. | Frank Wunderlich | Mol. Parasitol. Uni Düsseldorf | 137 | 6 |
| 40. | Ruprecht Schmidt-Ott | Humanparasitol. Uni Tübingen | 137 | 10 |
| 41. | Ralph T. Schwarz | Hyg. & Med. Mikrobiol. Uni Marburg | 135 | 18 |
| 42. | Rolf D. Walter | Bernh. Nocht-Inst. f. Tropenmed. Hamburg | 134 | 16 |
| 43. | Thomas Ilg | MPI f. Biologie Tübingen | 132 | 11 |
| 44. | André Gessner | Klin. Mikrobiol. & Immunol. Uni Erlangen | 130 | 6 |
| 45. | Franz J. Conraths | BFA f. Viruskrankh. d. Tiere Wusterhausen | 130 | 13 |
| 46. | Günter Artur Schaub | Zool. Uni Bochum | 128 | 16 |
| 47. | Alexander Mathis | Parasitol. Uni Zürich | 127 | 8 |
| 48. | Andrew Hemphill | Parasitol. Uni Bern | 126 | 14 |
| 49. | Peter Benten | Mol. Parasitol. Uni Düsseldorf | 124 | 3 |
| 50. | Richard Lucius | Parasitol. HU Berlin | 121 | 8 |