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Produktübersicht: Mikrotiterplatten-Lesegeräte
Biologen wollen bei der Auswertung von MikrotiterplattenAssays flexibel sein. Mit multifunktionalen Mikrotiterplatten-Lesegeräten geht dieser Wunsch in Erfüllung.
Bis vor wenigen Jahren waren Mikrotiterplatten-Lesegeräte unflexible Kisten, die auf eine bestimmte optische Auswertemethode festgelegt waren. Wer Fluoreszenzassays vermessen wollte, musste sich einen Fluoreszenzreader zulegen, Forscher deren Tests auf Lumineszenz basierten einen Lumineszenzreader, und wer Absorptionsdaten auswerten wollte, ein Absorptions-Lesegerät. Da die wenigsten Forscher nur mit einer dieser drei Assaymethoden alleine auskommen, entstanden in den Geräteräumen vieler Labors ganze Lesegeräte-Flotten.
Inzwischen muss niemand mehr ein halbes dutzend Mikrotiterplatten-Lesegeräte übereinanderstapeln, damit er für jeden erdenklichen Fluoreszenz-, Lumineszenz- oder Absorptions-Fall gerüstet ist. Viele Hersteller bieten multifunktionale Lesegeräte an, die verschiedene optische Auswertemethoden gleichzeitig beherrschen.
Multifunktionale Mikrotiterplatten-Lesegeräte sind meist mit einem ganzen Bündel an Filtern, Spiegeln, Glasfaserkabeln und Photomultiplier-Röhren (PMT) ausgestattet, die den Lichtstrahl, meist von einer Xenon-Lampe ausgehend, zerlegen, aufsplitten, lenken und letztlich in ein elektrisches Signal umwandeln. Häufig lassen sich die Lesegeräte durch den Austausch optischer Module auf den gewünschten Assay einstellen.
Fluoreszenzassays nehmen in den Laboren inzwischen einen sehr breiten Raum ein. So verwundert es nicht, dass nach Expertenschätzung mehr als die Hälfte der verkauften multifunktionalen Geräte für unterschiedliche Fluoreszenzassays eingesetzt werden. Die hierfür nötige Flexibilität bei der Anregungswellenlänge erreichen die Hersteller entweder mit optischen Filtern oder Monochromatoren.
Der Strahlengang in filterbasierten Lesegeräten ist relativ einfach: Dem weißen Lichtstrahl einer Xenon-Lampe stellt sich ein optischer Filter in den Weg, der nur einfarbiges Licht mit vorgegebener Wellenlänge passieren lässt. Eine Optik lenkt das "herausgesiebte" Anregungslicht auf einen Fluorophor. Das von diesem ausgesandte Fluoreszenzlicht "reinigt" ein zweiter Filter bevor es auf den Detektor trifft. Diese Technik ist effektiv und kostengünstig. Weit mehr als die Hälfte des Ausgangslichtes kommt auch tatsächlich in den Photomultiplier-Röhren an. Darüber hinaus sind optische Filter billiger als Monochromatoren. Diese Vorteile erkauft man sich mit einem höheren Bedien-aufwand, zum Beispiel für Filterwechsel, und festeingestellten Wellenlängen.
Flexibler Farbkasten
Wer bei letzteren völlige Freiheit haben will, muss sich ein Lesegerät mit Monochromator-Technik zulegen. In diesen filtert ein optisches System aus Spaltblenden, Beugungsgittern und Konkavspiegeln einfarbiges Licht der gewünschten Wellenlänge aus dem weißen Licht der Strahlungsquelle heraus. Mit diesen "Einfarbmachern" lässt sich die für den jeweiligen Assay benötigte Wellenlänge über einen weiten Bereich nahezu stufenlos einstellen. Weil ein großer Teil des Lichtes in den Spaltblenden und Beugungsgittern "hängen" bleibt, ist die Effizienz niedriger als bei optischen Filtern. Dies wirkt sich nachteilig auf die Empfindlichkeit von Monochromator-Geräten aus.
Den Spagat zwischen Filtern und Monochromatoren schaffen Hybrid-Geräte, die mit beiden Systemen ausgerüstet sind. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, kann man mit diesen nahezu jeden Mikrotiterplatten-Assay auswerten.
(Erstveröffentlichung: H. Zähringer,
Laborjournal 1-2/2009, Stand: Dezember 2008, alle Angaben ohne Gewähr)
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Letzte Änderungen: 06.03.2009